Am vergangenen Wochenende durfte ich einen äußerst spannenden Vortrag von Dr. rer. nat. Stefanie Haase vom Universitätsklinikum Regensburg hören. Danach wurde mir einmal mehr bewusst: Mit unserer Infoveranstaltungsreihe zur Darmgesundheit liegen wir genau richtig. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahre zeigen immer deutlicher, wie eng Darm, Mikrobiom und Immunsystem miteinander verknüpft sind.

Im Mittelpunkt des Vortrags stand die Frage:

Können Milchsäurebakterien das Immunsystem von Menschen mit Multipler Sklerose (MS) positiv beeinflussen?

Die Antwort der aktuellen Forschung lautet:

Ja, die Ergebnisse zeigen positive Effekte!

Die Studie von Dr. Stefanie Haase

In einer am Universitätsklinikum Regensburg durchgeführten Studie erhielten Menschen mit Multipler Sklerose sowie gesunde Kontrollpersonen über einen festgelegten Zeitraum ein probiotisches Präparat mit Milchsäurebakterien (Laktobazillen). Anschließend untersuchten die Forschenden Veränderungen des Darmmikrobioms, verschiedener Stoffwechselprodukte sowie des Immunsystems. Dabei zeigte sich, dass die Einnahme der Probiotika mehrere bedeutsame Veränderungen hervorrief.

Wie haben sich die Milchsäurebakterien auf die Immunzellen ausgewirkt?

Die Forschenden konnten beobachten, dass sich das Immunsystem in Richtung einer stärkeren Immunregulation verschob. Besonders interessant waren dabei folgende Ergebnisse:

Mehr regulatorische T-Zellen (Tregs) und verbesserte Funktion

Unter der Einnahme der Milchsäurebakterien nahm die Anzahl sogenannter regulatorischer T-Zellen (Tregs) zu. Diese Zellen sind für das Immunsystem von großer Bedeutung, da sie überschießende Entzündungsreaktionen bremsen und das Gleichgewicht der Immunabwehr unterstützen.

Nicht nur die Anzahl der regulatorischen T-Zellen stieg an. Die Zellen waren auch funktionell aktiver und konnten überschießende Immunreaktionen besser unterdrücken. Dies deutet darauf hin, dass die Milchsäurebakterien nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität der Immunregulation verbessern können.

Weniger entzündungsfördernde Immunzellen

Bei den Menschen mit MS wurde gleichzeitig eine Abnahme bestimmter entzündungsfördernder T-Helferzellen (Th1-Zellen) festgestellt. Diese Zellen spielen bei Autoimmunerkrankungen wie der Multiplen Sklerose eine wichtige Rolle, da sie Entzündungsprozesse fördern können.

Mehr entzündungshemmende Botenstoffe

Die Studie zeigte außerdem erhöhte Konzentrationen des entzündungshemmenden Botenstoffs Interleukin-10 (IL-10). Darüber hinaus waren Gene stärker aktiv, die mit einer regulatorischen und entzündungshemmenden Immunantwort in Verbindung stehen.

Die Rolle des Darms und seiner Stoffwechselprodukte

Besonders spannend ist der wahrscheinlich zugrunde liegende Mechanismus: Durch die probiotische Ergänzung stieg die Konzentration bestimmter Stoffwechselprodukte des Darmmikrobioms, darunter Indol-3-Acetat (IAA), ein Abbauprodukt des Tryptophan-Stoffwechsels. Dieses Molekül konnte in weiteren Untersuchungen die Bildung von entzündungshemmenden, IL-10-produzierenden Immunzellen fördern.

Damit liefert die Studie einen weiteren Hinweis darauf, dass die Darmflora und ihre Stoffwechselprodukte einen direkten Einfluss auf das Immunsystem haben können.

Darüber hinaus berichten, laut Vortrag von Dr. Haase, die Probanden über eine Verbesserung der mentalen und zum Teil körperlichen Konstitution. Wichtig ist jedoch: Die Einnahme eines Probiotikums sollte immer mit dem behandelnden Neurologen besprochen werden.

Was bedeutet das für den Alltag?

Die Studie wurde unter kontrollierten wissenschaftlichen Bedingungen mit einem probiotischen Präparat durchgeführt. Daraus lässt sich nicht automatisch ableiten, dass einzelne Lebensmittel die gleichen Effekte erzielen.

Dennoch unterstützen die Ergebnisse die Erkenntnis, dass eine vielfältige Versorgung des Darms mit probiotischen Mikroorganismen grundsätzlich vorteilhaft sein kann. Fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Kimchi, Kefir, Joghurt oder fermentiertes Gemüse können einen wertvollen Beitrag zu einer darmfreundlichen Ernährung leisten und damit möglicherweise auch positive Auswirkungen auf das Immunsystem unterstützen. Natürlich ersetzen sie keine medizinische Behandlung, können aber ein Baustein eines gesundheitsfördernden Lebensstils sein.

Herzliche Einladung:

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Datum: Donnerstag 01.10.2026, 17:00 – 18:00 Uhr

Kosten: Kostenfrei

Ort: Online über Zoom

Anmeldung: kurze E-Mail an: training@dmsg-hessen.de, Nadine Scholl (DMSG Hessen), oder Tel: 0151-70 20 53 50

Quellen

  • Haase, S. et al.: A probiotic approach identifies a Treg-centred immunoregulation via modulation of gut microbiota metabolites in people with multiple sclerosis and healthy individuals, EBioMedicine (2025).
  • Dr. rer. nat. Stefanie Haase, Vortrag und Forschungsprojekt zur Beeinflussung des Immunsystems bei Multipler Sklerose durch Milchsäurebakterien. (ms-wissen.de Vortrag DMSG Bundesverband)

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI geschrieben.

Unser nächster Blogbeitrag erscheint am 08.10.2026!

Bis dahin wünsche ich euch eine gute Zeit, eure Nadine 😃

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