V.l.n.r.: Manfred Möller; Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel, Vorstandssprecher Klinikum Fulda; Prof. Dr. Tobias Neumann-Haefelin, Direktor der Klinik für Neurologie; Tanja Stadler, MS-erkrankt und ehrenamtliche Mitarbeiterin der DMSG Hessen; Christoph Preul, Oberarzt sowie Facharzt für Neurologie; Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld; Prof. Dr. Dirk Breitmeier vom Gesundheitsamt Fulda.

Unter dem diesjährigen Motto „Diagnose Multiple Sklerose. Jetzt erst recht!“ verwandelte sich das Foyer des Klinikums Fulda am 10. Juni in einen lebendigen Ort des Austauschs. Betroffene, Angehörige, medizinische Expert:innen sowie Vertreter:innen aus Politik und Gesundheitswesen kamen zusammen, um gemeinsam ein starkes Zeichen gegen das Tabu und für mehr Bewusstsein zu setzen. Auch wir als DMSG Hessen waren vor Ort aktiv dabei.

Das Leben mit Multipler Sklerose stellt Betroffene und Familien oft ganz unerwartet vor tiefgreifende Veränderungen und viele offene Fragen. Umso wichtiger ist es, dieser „Krankheit mit den 1.000 Gesichtern“ eine Stimme zu geben, Mut zu machen und zu zeigen: Niemand muss diesen Weg alleine gehen. Dies betonten auch Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel (Vorstandssprecher des Klinikums Fulda) und Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld in ihren Grußworten, die das große Engagement der Beteiligten lobten.

Mutmach-Geschichten und offener Umgang
Wie ein positives Leben trotz der Diagnose gelingen kann, zeigten die Betroffene Tanja Stadler und ihr Mann Ronald. Sie gehen den Weg seit der Diagnose mit 38 Jahren gemeinsam und setzen sich aktiv dafür ein, anderen Beistand zu leisten. „Ich bin zwar chronisch krank, aber ich ziehe immer das Positive daraus“, so Stadler im Gespräch. Ihr offener Umgang helfe vielen Betroffenen. Sie unterstrich, wie entscheidend gerade Veranstaltungen wie diese im Klinikum Fulda für den persönlichen Erfahrungsaustausch sind.

Medizin im Wandel: Individuellere Therapien
Auch von medizinischer Seite gab es ermutigende Nachrichten. Prof. Dr. Tobias Neumann-Haefelin (Direktor der Klinik für Neurologie) und Oberarzt Christoph Preul beleuchteten die enormen Fortschritte in der MS-Therapie. Dank zahlreicher neuer Medikamente – ob als tägliche Tablette oder monatliche Spritze – kann die Behandlung heute viel stadiengerechter und individueller auf die Patient:innen abgestimmt werden. Zudem wird intensiv an zukünftigen Medikamenten geforscht, um auch schleichende Prozesse und Schübe noch besser zu bremsen.

Beratung vor Ort: Hemmschwellen abbauen
Oberbürgermeister Dr. Wingenfeld hob hervor, wie komplex die Erkrankung ist und wie essenziell deshalb das persönliche Beratungsangebot vor Ort sowie der Austausch in Selbsthilfegruppen sind. Für viele Betroffene gebe es hier anfangs noch Hemmschwellen, die es gemeinsam zu überwinden gilt. Genau an dieser Stelle setzen wir als DMSG Hessen an: Mit unserer Beratungsstelle Fulda (vertreten durch Sophia Nawaz) stehen wir Betroffenen und ihren Angehörigen als feste Stütze zur Seite, um Halt, Orientierung und eine verlässliche Perspektive im Alltag zu geben.

Der Tag im Klinikum Fulda hat eindrucksvoll gezeigt: Begegnungen schaffen Verständnis. Oder um es mit den Worten von Dr. Menzel zusammenzufassen: „Wir begleiten die Patient:innen sowie ihre Angehörigen und gehen diesen Weg der Krankheit gemeinsam.“