Phil Hubbe nimmt kein Blatt vor den Mund – und legt erst recht keinen Stift aus der Hand. In seiner Ausstellung »Bitte etwas ernster!« zeigt die Caricatura Galerie in Kassel vom 28. Februar bis 26. April die ganze Bandbreite seines Schaffens. Ob Alltagssituationen, politische Schlagzeilen oder das Chaos auf dem Fußballplatz – Hubbes Cartoons treffen den Punkt: oft schmerzhaft ehrlich, immer mit einem warmen Augenzwinkern.
Seit seiner MS-Diagnose 1985 hat er Behinderungen zum zentralen Thema seiner Kunst gemacht – ohne Pathos, dafür mit viel Ironie. Kaum ein Handicap ist vor ihm sicher – sein Humor ist dabei so schwarz wie sein morgendlicher Kaffee. Frei nach dem Motto: »Lachen erlaubt«.
Behinderte Cartoons
Im Fokus von »Bitte etwas ernster!« stehen »Behinderte Cartoons«, wie der Künstler sie selbst nennt, darunter die mittlerweile zum Kult gewordene Serie »MS Rainer«. Die Ausstellung spricht offen über Themen, über die viele lieber schweigen, und lädt dazu ein, sichtbare wie unsichtbare Barrieren abzubauen. Durch Humor auf Augenhöhe schafft sie Verständnis, eröffnet neue Perspektiven und bringt Menschen zusammen, die sonst selten ins Gespräch kommen. Bereichert wird sie durch Piktogramm-Parodien und Auszüge aus Phil Hubbes Online-Gästebuch – sowohl positive als auch negative Kommentare. Gezeigt werden aber auch tagesaktuelle Zeichnungen und Fußball-Motive, die ebenfalls zu Phil Hubbes Schaffen gehören: seit vielen Jahren ist er als Cartoonist für den kicker tätig. Insgesamt sind rund 140 Exponate zu sehen – Cartoons vor allem, aber auch Piktogramme und Objekte.
Weniger Barrieren
Dass Behinderungen eine zentrale Rolle in Hubbes Werk spielen, spiegelt sich in der Präsentation der Ausstellung wider: Zum ersten Mal werden Cartoons auch in Form von »Touchprints« zur Verfügung gestellt, sodass Motive auch ertastet werden können. Außerdem hängen die Exponate tiefer als üblich, sodass sie etwa für auf den Rollstuhl angewiesene Menschen besser zugänglich sind. Die Besucher:innen sind aufgerufen, ihr Feedback zur Höhe der Bildanbringung zu geben.
Eröffnet wird die exklusive Werkschau des inklusiven Cartoonisten Phil Hubbe am 27. Februar 2026 bei freiem Eintritt. Zum Rahmenprogramm der Ausstellung gehören unter anderem ein Cartoon-Workshop mit dem Künstler sowie eine neue Ausgabe der beliebten Feierabendreihe »Cartoons After Work«.
Der Künstler
Phil Hubbe wurde 1966 in Haldensleben geboren und arbeitet seit 1992 als freiberuflicher Cartoonist. Seine Arbeiten erscheinen in zahlreichen Tageszeitungen und im kicker-Sportmagazin. Für sein Werk wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2014 mit dem »Medien-Preis der Amsel-Stiftung«, 2017 mit dem »Mosaik-Inklusionspreis« und 2022 mit dem »Käte-Hammersen-Preis« der DMSG. Er lebt mit seiner Frau in Magdeburg.
Weitere Infos unter: www.caricatura.de




